Bildstöcke in Valley

Gemäß den Angaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege findet man auf dem Gemeindegebiet von Valley 13 Bildstöcke, davon zwölf aus Kalktuff, von denen einer nicht mehr auffindbar ist. In dieser östlich an Holzkirchen angrenzenden Gemeinde leben ca. 3300 Einwohner auf einer Fläche von 4218 ha, verteilt auf mehrere, zum Teil weit auseinander liegende Ansiedlungen. Die Gemeindeverwaltung mit Sitz in Unterdarching nennt in ihrem Internetauftritt 19 Ortsteile. Mit Kreuzstraße und Mitterdarching verfügt die Gemeinde sogar über zwei Bahnhöfe, Ausgangspunkte für so manche Wanderungen. Fußgänger wie Radfahrer werden dabei immer wieder mal an der einen oder anderen alten Kalktuffsteinsäule vorbeikommen. Meist tragen diese eines oder auch mehrere Bildmotive, was den Namen Bildstock verständlich macht. Einige dieser in der Regel religiösen Motive sind offensichtlich in jüngerer Zeit nachbearbeitet. Andere sind jedoch schon stark verwittert bis völlig verschwunden. Hinweise zum Alter der Bildstöcke entstammen den Angaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege.

Text: Erwin Kammerer
alle Bilder sind Eigentum von Erwin Kammerer
verwendete Literatur: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege,Regierungsbezirk Oberbayern, Landkreis Miesbach, Gemeinde Valley (Baudenkmäler) von der Interseite:
https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_173118.pdf
(Stand 08.07.2021)


Ortsteil Valley

Einen Sonderfall unter den Bildstöcken auf dem Gebiet der Gemeinde Valley stellt der Bildstock im Ortsteil Valley dar. Fährt oder geht man in Valley den Schlossberg hinunter, so kann man kurz vor der Mangfallbrücke nach links in den Aumühlerweg einbiegen. Dort kommt man nach etwa 300 Metern (aber noch vor der Kapelle) an eine Abzweigung, die nach links oben führt. Gleich nach dem Holunderstrauch befindet sich auf einem kleinen Hügel zwischen zwei Bäumen ein Holzschrein mit einer Marienfigur, die der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zugeschrieben wird. Da der Schrein von den Ästen und Blättern eines Strauchs oft fast vollständig zugedeckt ist, wird man diesen besonderen Bildstock im Sommer kaum wahrnehmen.

Ortsteil Grub

Etwa 60 m nördlich der Kirche steht hinter dem Gartenzaun eines Privatgrundstücks an der Dorfstraße eine mit 1743 bezeichnete Kalktuffsteinsäule. Ihr einziges Bildmotiv ist zur Straßenseite hin ausgerichtet.

Ortsteil Hohendilching

An der nördlichen Zufahrt zu der Ansiedlung Hohendilching steht frei in der Wiese ein großer Bildstock, der vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammt. Markant ist das an der Säule herausgearbeitete Kreuz.

Ortsteil Unterdarching

In diesem Ortsteil lassen sich drei Kalktuffsteinsäulen auffinden

Ecke Dilchinger Straße / Hafnerstraße

Hier steht eine Säule, die mit 1821 bezeichnet ist. Die Säulenspitze ziert ein eisernes Kreuz. Das einzige Bildmotiv ist kaum noch zu erkennen.

Münchner Straße – Abzweigung Brunnenweg

An der Stelle versteckt sich am Rande einer Grundstückseinfahrt ein steinerner Bildstock unter einem Efeumantel, der zumindest den unteren Teil der Säule verkleidet. Das Bildmotiv zeigt zur Straßenseite.

Münchner Straße

Ein paar Meter abseits der Münchner Straße von Unterdarching Richtung Weyarn (dort, wo die Straße von Valley und der private Feldweg einmünden) steht die mit 1820 bezeichnete Tuffsteinsäule, die auf der Spitze ein eisernes Kreuz trägt. Das Bildmotiv schaut nach Osten (zur Münchner Straße). Auf der Süd- und Nordseite findet man je einen mehr oder weniger tiefsinnigen Spruch: „Nach des Lebens Hass und Lieben eine Handvoll Staub ist nur geblieben“ bzw. „Einer acht’s – der Andre betracht’s – der Dritt‘ verlacht’s – was macht’s“.

Ortsteil Mitterdarching

In Mitterdarching stehen zwei vermutlich besonders alte Kalktuffsteinsäulen.

Bahnhof

Direkt am Bahnhof steht die Säule, die in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert wird. Ein Motiv ist leider keines mehr vorhanden.

Ecke Lindmayrstraße / Am Anger

Hier steht (etwas schräg)  am Rande eines Bächleins eine Kalktuffsteinsäule, die möglicherweise aus dem 16. Jahrhundert (bez. 1575) stammt. Ihr Bildmotiv ist von der Lindmayrstraße aus zu sehen. Auf einer zweiten (nach osten schauenden) Tafel sieht man kein Bildmotiv, lediglich etwas blaue Farbe. Nach Westen zu trägt der Bildstock wieder einen der üblichen Sprüche „Sieh! wer du bist, der Tod gewiß ist, Ungewiß die Zeit, Wo du mußt in die Ewigkeit.“ Inhaltlich den gleichen Spruch findet man in Oberlaindern.

Ortsteil Schmidham

Hier findet man laut der Liste des Landesamts für Denkmalpflege einen Kalktuff- Bildstock. Ein kleinerer Gedenkstein, ebenfalls aus Kalktuff ist dort nicht gelistet.

Mülesler

Von Mitterdarching kommend zweigt mitten in Schmidham zwischen ein paar Häusern hindurch ein schmaler Weg in nordöstlicher Richtung ab. Er führt in knapp 500 Metern zum Wald. Unter geoportal.de ist etwa 25 Meter vor dem Wald ein Baudenkmal markiert, welches das Landesamt für Denkmalpflege als Bildstock aus dem 17. oder 18. Jahrhundert ausweist. Auch in Google-Earth kann man sehen, dass sich an der Stelle ein pfeilerartiger Gegenstand befindet. Bei einer Ortsbegehung im Juli 2021 lässt sich hier allerdings kein Bildstock finden, zumindest steht er nicht am beschriebenen Platz. Man findet dort aber nach der Mahd eine auffallend dünn bewachsene Fläche von ca. ein bis zwei Quadratmetern. Auf dem linken Foto kann man lediglich ein Hinweisschild für einen Schieber einer Wasserleitung sehen.

Bei der Kapelle

Neben der Kapelle von Schmidham steht ein recht kleiner Bildstock, der vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Das Landesamt für Denkmalpflege führt diesen Gedenkstein nicht eigens auf. Anstelle eines Bildmotivs, trägt er eine Inschrift, die an einen Georg Sti? (vielleicht Stichner) aus Schmidham erinnert, der am 5. April 1837 beim Wildschießen von einem in Warngau ansässigen Jagdgehilfen angeschossen worden ist. Der Verwundete konnte sich gerade noch bis zur Kapelle in Schmidham schleppen und erlag dort seiner tödlichen Verletzung.

Ortsteil Neustadl

Am Rande des Farnbachwegs steht an einer Wegkreuzung auf dem nordöstlichen Teil des Taubenbergs die sogenannte Weiße Marter, ein teilweise von Moos überwachsener, sehr vernachässigt wirkender Bildstock aus dem 16. Jahrhundert. Das Bildmotiv war 2013 nur noch schlecht zu erkennen. In den Folgejahren hat sich der Zustand des Bildes weiter dramatisch verschlechtert, so dass es heute (stand Juli 2021)  nicht mehr existiert. Bei einer Besichtigung im Jahr 2018 fehlte schon der Metallrahmen und nun ist auch das Bild verschwunden. Wenigstens scheint der Bildstock einen neuen Betonsockel bekommen zu haben.

Ortsteil Unterlaindern

Wer von Oberlaindern in Richtung Unterdarching unterwegs ist, der findet den vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammenden Bildstock von Unterlaindern etwas versteckt zwischen Büschen und Bäumen am Rande einer freien Fläche links von der Straße. Man muss sich schon bemühen, um das einzige Bildmotiv sehen zu können.

Ortsteil Oberlaindern

Oberlaindern hat zwei alte Bildstöcke aus Kalktuff zu bieten.

St.-Korbinian-Straße

Am Rande des Teichs an der St.-Korbinian-Straße findet man einen recht ungewöhnlichen Bildstock. Obwohl vergleichsweise gut erhalten, wird er vom Landesamt für Denkmalpflege als mittelalterlich eingestuft. Neben zwei Bildmotiven trägt die Säule auch eine Tafel, welche diesen Bildstock als ehemalige Gerichtssäule und spätere Gedächtnis- und Dankessäule (wegen Kriegsheimkehrern in den Jahren 1812 und 1843) ausweist.

Am Schäfflerweg

Am Schäfflerweg findet man hinter einem Gartenzaun eine Tuffsteinsäule, die mit 1835 bezeichnet ist. An der Spitze trägt sie ein Eisenkreuz mit drei parallelen Querbalken (Papstkreuz?). Anstelle eines Bildmotivs ist ein gekreuzigter Jesus aus dem Stein herausgearbeitet. Drunter findet sich noch eine Tafel mit folgender Aufschrift: „Sieh, wer du bist, der Tod gewiss ist, Ungewiss die Zeit, Wo du musst in die Ewigkeit.“ Inhaltlich den gleichen Spruch findet man in Mitterdarching.