Bildstöcke in Holzkirchen

Im Gemeindegebiet von Holzkirchen findet man einige, wenn auch relativ wenige und zum Teil gut versteckte Bildstöcke. Fast alle davon sind aus Kalktuff und gehen nach den Angaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalschutz bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Blau: Bildstöcke aus Kalktuff
Rot: Steinkreuz in Thannseidl
Braun: gemauerter Bildstock


Text: Erwin Kammerer
alle Bilder sind Eigentum von Erwin Kammerer
verwendete Literatur: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege,Regierungsbezirk Oberbayern, Landkreis Miesbach, Markt Holzkirchen (Baudenkmäler) von der Interseite:
https://www.geodaten.bayern.de/
denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_182120.pdf (Stand 06.06.2020)

Ortsteil Holzkirchen

In Holzkirchen selbst gibt es neben zwei älteren Bildstöcken aus Kalktuff einen weiteren steinernen und einen gemauerten jeweils neueren Datums.

Münchner Straße

An diesem Bildstock werden schon viele Holzkirchner immer wieder achtlos vorübergegangen sein, ohne ihn wirklich zu bemerken. Man findet ihn im kleinen Vorgarten zu einem Haus direkt neben dem Gehweg an der Münchner Straße. Dieser Bildstock ist insofern untypisch, da er nur eine sehr niedrige Säule hat. Nach den Angaben des Landesamtes für Denkmalschutz stammt er aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts und stand damals sicher weit außerhalb des eigentlichen Wohngebiets.

Abt-Kaspar-Straße

Dieser Bildstock aus dem 17. Jahrhundert wird eher wenigen Einheimischen bekannt sein. In früheren Tagen stand er wohl an einem Feldweg am südöstlichen Ortsrand und lud den Wanderer zum andächtigen Verweilen ein. Mittlerweile ist dieses Gelände längst bebaut, so dass dieser Bildstock nun für Fremde unzugänglich auf einem Privatgrundstück steht. Zudem liegt dieses Grundstück an einem blinden Ende der Abt-Kaspar-Straße. Zur Erstellung der Fotos musste das Zoomobjektiv intensiv genutzt werden. Auch die Gegenseite dieser Steinsäule ist nur für das Teleobjektiv zugänglich.

Friedhof – Oskar-von-Miller-Platz

Innerhalb der Friedhofsmauer am Oskar-von Miller-Platz steht ein weiterer steinerner Bildstock. Eine daneben an der Wand angebrachte Gedenktafel, erinnert an verstorbene Klosterschwestern, die von 1909 bis 1964 im Holzkirchner Kindergarten [an der Frühlingsstraße] tätig waren.

Ecke Roggersdorfer Straße / Wilhelm-Liebhaber-Straße

Hier finden wir einen gemauerten Bildstock aus dem Jahr 1984. Er besitzt ein mit Holztäfelchen gedecktes Dach und fällt deutlich aus der Reihe der drei anderen. Anstelle eines Bildes beherbergt er eine Marienfigur mit Jesuskind.

Ortsteil Fellach

Der aus der Zeit um 1630 stammende Bildstock steht an der Außenseite der Friedhofsmauer, direkt an der Straße von Föching nach Kreuzstraße. Das Bildmotiv passt zur Kirche St. Martin im Hintergrund. Es zeigt den Heiligen Martin beim Teilen seines Mantels mit einem armen Bettler.

Ortsteil Großhartpenning

Hier findet man zwei alte Bildstöcke aus Kalktuff. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege stammen beide vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

Moosstraße (am Fuße des Herzbergs)

Der gepflegte Bildstock zeigt gleich drei Motive, die wohl in jüngerer Zeit nachbearbeitet worden sind.

Warngauer Straße

An einer Weggabelung an der Warngauer Straße (Nähe Hahnhof) findet man, beschützt von einem Kastanienbaum, den zweiten Bildstock dieses Ortsteils. Das Bänkchen zum Ausruhen und mit Blick zum Dorf ergänzt das Arrangement zu einem malerischen Fleck in der Landschaft. Ursprünglich trug der Bildstock wohl vier Motive, wobei heute nur noch eins leidlich erhalten ist. Die ersten vier Aufnahmen stammen vom  Mai 2013, die letzten beiden vom Juli 2021. Das Motiv der einen bemalten Tafel ist dabei unverändert, wenngleich weiter ausgebleicht.

Ortsteil Thannseidl

Anstelle von Bildstöcken findet man mancherorts auch Steinkreuze, so auch bei Thannseidl (nahe Sufferloh) am südlichen Gemeinderand Richtung Warngau. Das Steinkreuz besteht wie die meisten Bildstöcke ebenfalls aus Kalktuff. Es trägt eine Inschrift und darunter ein kleines Bild. Die Inschrift lautet wie folgt: „An dieser Stelle verunglückte Josef Gollhofer gewesener Hutt von Großhartpenning am 16. Oktober 1797“. Das dazugehörige Bildmotiv zeigt einen liegenden Mann, der vermutlich von einem umgestürzten Baum erschlagen worden ist.