Bildstöcke in Dietramszell

Den westlichen Nachbarn von Holzkirchen bildet die Gemeinde Dietramszell. Trotz der großen Fläche dieser Gemeinde findet man nur ganz wenige Bildstöcke in Form dieser alten Kalktuffsteinsäulen, die manchmal auch als „Marterl“ bezeichnet werden.


Text: Erwin Kammerer
alle Bilder sind Eigentum von Erwin Kammerer
verwendete Literatur: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege,Regierungsbezirk Oberbayern, Landkreis Bad Tölz – Wolfratshausen, Gemeinde Dietramszell (Baudenkmäler) von der Interseite:
https://geodaten.bayern.de/
denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_173118.pdf (Stand 08.07. 2021)

Ortsteil Dietramszell (Kreuzbichl)

Fährt man an der Klosterkirche vorbei den Berg rauf, so biegt man oben links ab. Über die Hochlandstraße und den Kreuzbichlweg kommt man zur Friedhofskirche am Kreuzbichl (15. Jahrhundert). Kurz vor der Kapelle steht am Wegrand eine Kalktuffsteinsäule aus dem 16. Jahrhundert. Sie besitzt drei (zum Teil kaum noch erkennbare) Bildnischen, von denen keine einzige ein Motiv trägt.

Ortsteil Hechenberg

Nahe der Gedächtnissäule für die heimischen Teilnehmer verschiedener Kriege seit 1705 führt in Hechenberg ein Weg in nördlicher Richtung. Nach etwa 400 Metern erreicht man die schlanke Kalktuffsteinsäule mit dem Eisenkreuz an der Spitze. Wie man der goldumrahmten Bildtafel aus dem Jahr 2011 entnehmen kann, hat sich der Gartenbauverein Hechenberg um die Pflege der alten Säule aus dem 16. oder 17. Jahrhundert verdient gemacht. Die beiden seitlichen Bildnischen sind leer und ohnehin kaum noch erkennbar. Auf der südlichen Seite kann man noch erkennen, dass ursprünglich ein Kreuz über der Bildnische aus dem Stein herausgearbeitet war.

Ortsteil Lochen

Auf der Turmseite etwas unterhalb der Kirche von Lochen findet man an der Lindener Straße gleich zwei Bildstöcke nebeneinander. Ins Auge sticht zunächst nur die große Steinsäule, die mit der gut lesbaren Jahreszahl 1616 bezeichnet ist. Die vier Bildnischen tragen keine Motive. Über allen vier Nischen ist ein Kreuz aus dem Stein herausgearbeitet.

Etwas versteckt unter dem Gebüsch neben der großen Säule findet man eine viel kleinere von Efeu umrankte Steinsäule. Das Bild zeigt einen schiebenden Radfahrer und einen mit Baumstämmen beladenen Anhänger neben der großen Steinsäule. Das Bildmotiv wird wohl das gleiche Schicksal andeuten, das auf der darunter angebrachten Texttafel beschrieben wird. Ein Bauer in seinem 66. Lebensjahr kam hier im Jahr 1955 durch ein Unglück zu Tode. Die Säule ist also noch sehr neu, so dass sie das Landesamt für Denkmalpflege bislang nicht vermerkt hat.